Hier staut sich die Luft wie eine Bratwurst, die zwischen bei Brotdeckel gepfercht auf das bissige Maul wartet, Zarias hockt in seiner Freiluftbude zwischen Kakteen und wildem Wein – Parthenocissus tricusipdata – die Trauben
so klein wie Hasenköddel, aber süß, hat man ihm versprochen. ER-Innerungen mäandern vorbei, dröppeln durch die dünne Luft, die Sonne verschwindet kurz hinter einer himmlischen Chaiselongue aus Wolkengewaber (Nephologen würden das eine Schleierwolke nennen, aber es ist doch eindeutig ein Sitzmöbel), hockt ergo solus ipsus da und wünscht sich eine Veranda, ein Boot im Apfelbaumgarten, den auch Pflanzendüfte durchwürzen: was mit Nelken und Rum. Apartes Violett wirft sich durch weiße Blüten nach Süden, er sitzt beinahe aufrecht, sinniert der sonnigen Lichtquelle entgegen, die sich jetzt durch den aufgelösten Amboß eines Cumulonimbus schiebt, reckt das Kinn nach vorne, ganz Galion, ganz Selzpflug. Ja, das war schon was, damals in Madeleines Garten, nahe bei den Kohleteichen, Schlote wurmten direkt aus dem Schmelztiegel der Erde hinauf ins luftige Allerlei der Troposphäre, üppige grüne Zweige hangelten sich gesättigt räuspernd über kleine Phiolen hinweg, in denen Tulpen knospten, getragen von langen, harten Stielen, auf denen Farbkleckse saßen, und die Zweige, die von den Birnbäumen hingen, gewähren ließen. Die Tulpenmäuler öffneten sich halb in absichtlichen Schatten dem Sommerwind. In der Zeitung steht wie immer Druckerschwärze, Trauer, Majuskeln in Schlips und Ligaturen, Krematorium der Buchstaben; was nicht dort steht, ist weiß gesetzt, eine Spur führt zur nächsten Spur. Er hat zu viel Zeit, um nachzudenken, wenig Zeit, etwas zu verändern. Vielleicht hat sich die Tür, die offenstand, wie es uns das Unterbewußte lehrt, mit lautem Krachen geschlossen, vielleicht ist dies das Geräusch, das er hört, bevor er in Aufruhr gerät und stets zur selben Stunde erwacht, hier spricht die Zeit! bleiben Sie stehen und hören Sie gut zu, denn ich werde mich nicht wiederholen!, und auch die Bewegung, die er jetzt ausführt - es ist nur ein Streifen mit den Fingern an der Schläfe entlang - wird er nicht noch einmal tun. Frischluft wirbelt einsam in der bodennahen Grenzschicht herum, windkateraktreitende Pollen, Nacktsamer, Bedecktsamer. Nichts könnte tauglicher sein für ein tägliches Brunchen mit der Feder, als jenes Fragment 91 des dunklen Heraklit. Alles plätschert oder fließt also, und man wird nicht zweimal in den allesbetropfenden Silberfaden steigen, doch das Beunruhigende an dieser Metapher ist nicht der Fluß, der sich von der Kaverne hervor aus dem Quell greint, sondern daß wir selbst es sind, die nie wieder dieselben sein können. Ein Gedanke, der uns metapherngebeutelten Wesen sagt, daß es Sein an sich nicht gibt, daß Werden und Bewegung überhaupt alles sind. Wir können sagen, daß es unsere Fiktionen von uns selbst sind, die sich im Werden befinden, daß wir die Weltgeschichte entziffern, indem wir sie erfinden. Unter dem gleißenden Mittag sorgt ein behütendes Vordach für den wohligen Verbleib. So nennen wir das Leben. Frühling im Geisternebel, Götterfall im Sonnenlicht, kein Lauern in den tiefen Regionen des Brunnens, nur freundliche Wasser. So man eben träumt. Statt dessen sitzt er auf einem Balkon, der sich trotz aller phantastischen Anstrengungen nicht verwandeln will, und versucht, hinter den Fensterscheiben, die auf die Straße spiegeln, Schatten zu erkennen. In den gepinselten Azur hinein der Blick, sieht in allen Schäfchen, die dort himmeln, Gebilde seiner eigenen Natur. Die Wissenschaft beweist, daß alles Unsinn oder Profit zu sein hat. Zarias stellt sich vor, vom nachträglich an das Gehäuse geschraubten Balkon zu fallen, ohnmächtig bereits in der Luft, vor dem tunichtguten Aufschlag. 'Im Grabe sind wir alle gleich', stimmt nicht, denn noch am Sarge und am Leichenschmaus sollst du erkennen ..., als fräße die übrig gebliebene Bande das, molekular gesehen, schon merkwürdige Fleisch, die Würmer aus den Ritzen. Freie Gedanken verwehen, der Ein- oder Andere verrät ihn für ein warmes Mittagessen. An Tagen der Erinnerung also ziehen sich die Schuhe von selber aus, die Kälte beißt in die Zehen wie eine ungeimpfte Altweltmaus.
so klein wie Hasenköddel, aber süß, hat man ihm versprochen. ER-Innerungen mäandern vorbei, dröppeln durch die dünne Luft, die Sonne verschwindet kurz hinter einer himmlischen Chaiselongue aus Wolkengewaber (Nephologen würden das eine Schleierwolke nennen, aber es ist doch eindeutig ein Sitzmöbel), hockt ergo solus ipsus da und wünscht sich eine Veranda, ein Boot im Apfelbaumgarten, den auch Pflanzendüfte durchwürzen: was mit Nelken und Rum. Apartes Violett wirft sich durch weiße Blüten nach Süden, er sitzt beinahe aufrecht, sinniert der sonnigen Lichtquelle entgegen, die sich jetzt durch den aufgelösten Amboß eines Cumulonimbus schiebt, reckt das Kinn nach vorne, ganz Galion, ganz Selzpflug. Ja, das war schon was, damals in Madeleines Garten, nahe bei den Kohleteichen, Schlote wurmten direkt aus dem Schmelztiegel der Erde hinauf ins luftige Allerlei der Troposphäre, üppige grüne Zweige hangelten sich gesättigt räuspernd über kleine Phiolen hinweg, in denen Tulpen knospten, getragen von langen, harten Stielen, auf denen Farbkleckse saßen, und die Zweige, die von den Birnbäumen hingen, gewähren ließen. Die Tulpenmäuler öffneten sich halb in absichtlichen Schatten dem Sommerwind. In der Zeitung steht wie immer Druckerschwärze, Trauer, Majuskeln in Schlips und Ligaturen, Krematorium der Buchstaben; was nicht dort steht, ist weiß gesetzt, eine Spur führt zur nächsten Spur. Er hat zu viel Zeit, um nachzudenken, wenig Zeit, etwas zu verändern. Vielleicht hat sich die Tür, die offenstand, wie es uns das Unterbewußte lehrt, mit lautem Krachen geschlossen, vielleicht ist dies das Geräusch, das er hört, bevor er in Aufruhr gerät und stets zur selben Stunde erwacht, hier spricht die Zeit! bleiben Sie stehen und hören Sie gut zu, denn ich werde mich nicht wiederholen!, und auch die Bewegung, die er jetzt ausführt - es ist nur ein Streifen mit den Fingern an der Schläfe entlang - wird er nicht noch einmal tun. Frischluft wirbelt einsam in der bodennahen Grenzschicht herum, windkateraktreitende Pollen, Nacktsamer, Bedecktsamer. Nichts könnte tauglicher sein für ein tägliches Brunchen mit der Feder, als jenes Fragment 91 des dunklen Heraklit. Alles plätschert oder fließt also, und man wird nicht zweimal in den allesbetropfenden Silberfaden steigen, doch das Beunruhigende an dieser Metapher ist nicht der Fluß, der sich von der Kaverne hervor aus dem Quell greint, sondern daß wir selbst es sind, die nie wieder dieselben sein können. Ein Gedanke, der uns metapherngebeutelten Wesen sagt, daß es Sein an sich nicht gibt, daß Werden und Bewegung überhaupt alles sind. Wir können sagen, daß es unsere Fiktionen von uns selbst sind, die sich im Werden befinden, daß wir die Weltgeschichte entziffern, indem wir sie erfinden. Unter dem gleißenden Mittag sorgt ein behütendes Vordach für den wohligen Verbleib. So nennen wir das Leben. Frühling im Geisternebel, Götterfall im Sonnenlicht, kein Lauern in den tiefen Regionen des Brunnens, nur freundliche Wasser. So man eben träumt. Statt dessen sitzt er auf einem Balkon, der sich trotz aller phantastischen Anstrengungen nicht verwandeln will, und versucht, hinter den Fensterscheiben, die auf die Straße spiegeln, Schatten zu erkennen. In den gepinselten Azur hinein der Blick, sieht in allen Schäfchen, die dort himmeln, Gebilde seiner eigenen Natur. Die Wissenschaft beweist, daß alles Unsinn oder Profit zu sein hat. Zarias stellt sich vor, vom nachträglich an das Gehäuse geschraubten Balkon zu fallen, ohnmächtig bereits in der Luft, vor dem tunichtguten Aufschlag. 'Im Grabe sind wir alle gleich', stimmt nicht, denn noch am Sarge und am Leichenschmaus sollst du erkennen ..., als fräße die übrig gebliebene Bande das, molekular gesehen, schon merkwürdige Fleisch, die Würmer aus den Ritzen. Freie Gedanken verwehen, der Ein- oder Andere verrät ihn für ein warmes Mittagessen. An Tagen der Erinnerung also ziehen sich die Schuhe von selber aus, die Kälte beißt in die Zehen wie eine ungeimpfte Altweltmaus.
Der Verkehrslärm windet sich aus der Verantwortung, Ohrenpest zu sein, wird mitsamt dem Blechbefall von einem Tunnel geschluckt, aber leider nicht verdaut. Das wär ein Spaß, in der sauren Suppe blasblubbernd das chitinzersetzende Spektakel der Heliamorpha beklatschen zu dürfen. Der Sumpfkrug beginnt unweit westlich des Mercedes-Werkes an der Sebaldsbrücker Straße, von dort krümmt er sich wie ein kaputtes Rückgrat s-förmig gen Südwesten, wo er am Autobahnzubringer wieder auftaucht, er unterquert ein Wohn- und Gewerbegebiet, zwei Eisenbahntrassen und einige Straßen, von welchen die Albertstraße mit der St. Albertkirche auf ihrer kompletten Länge über ihm verläuft, eine bessere Gegend sozusagen, mit Anrecht auf Bewegungslosigkeit und Ruhe, wo leise ich mich wenden kann, dort bin ich reich.
„Siehst du dort die Gestalt der Bäume?“
Ich bedaure nicht, in der Milch geschwommen zu sein, ganz kremig und zart, ich sehe dort nur Muster, kann kaum etwas anfangen mit den Gestalten, die ich in die Wolken kogniere, oft sehe ich Wolkentrickfilme, das wunderschöne Wort Wolkenpumpe. Als ob ich nicht ausschließlich in mir selbst zum Leben käme, sitze hier und öffne die Schleusen für die Bilder und Worte, wobei mir Worte immer Bilder waren, die Früchte. Wie viel Geschmack doch in den Tränen zu finden ist, langer Rinnsal auf dem Weg – ich zeichne die Spur vor mich hin, die den Erdenball verläßt.

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