Sprache kann ja nie unwichtig werden, weil wir dadurch Wirklichkeit erschaffen. Es gibt nichts anderes, mit dem Wirklichkeit erschaffen werden kann. Allerdings ist der Versuch, Sprache - und damit Literatur (oder sagen wir besser Poesie) auszuhebeln, beinahe inszeniert, denn eben weil damit Wirklichkeit generiert wird, scheint ein Interesse daran zu bestehen, dass nur sehr wenige Menschen dazu fähig sind. Nur so lässt sich die Sache kontrollieren. Das verhält sich mit dem Tauschmaterial Geld und dessen realen Abschaffung ja nicht anders. Der Trick daran ist, immer das Gegenteil in den Vordergrund zu stellen. Zum Beispiel hat angeblich heute jeder Zugang zu allen Informationen, also auch zu dem, was man unsinnigerweise Bildung nennt, aber die Verblödungsrate ist erheblich; es werden so viele Bücher geschrieben und gelesen wie nie, aber mit Literatur hat das alles nichts mehr zu tun usw.
Was wir Menschen tun, ist eigentlich gar nicht so schwer zu durchschauen, auch wenn permanent der Eindruck erweckt (sic!) werden soll, während im Gegenzug die wirklich komplexen Systeme völlig vereinfacht werden. Nehmen wir Ursache/Wirkung. An diesen Quatsch glauben die Leute immernoch.

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