So sehr es uns immer wieder in die Ferne zieht - wir wollen da und dorthin, auch dieses und jenes noch erleben - zaubert uns der Anblick der Allgäuer Bergspitzen einen wohligen Schauer auf die Haut, der seinesgleichen suchen muss. Berlin war anstrengeng, sehr sogar. Wir haben in drei Tagen mehr Kilometer gemacht (sowohl auf den Gleisen, als auch zu Fuß), als in den vergangenen anderthalb Jahren gesamt und soviele Eindrücke aufgesogen und abgeschirmt, dass uns immer noch schwindlig ist.
Ein bisschen Ruhe fand ich auf dem evangelischen Friedhof St. Petri-Luisenstadt, der sich direkt bei unserer Pension befand (über diese will ich gar nicht viel sagen, denn ich habe jetzt keine Lust, Hässlichkeiten von mir zu geben). Der Friedhof jedoch hat mir gut gefallen. Ich würde mich nicht als Friedhoftouristin bezeichnen, doch irgendwie lande ich immer auf einem, egal in welcher Stadt ich mich befinde. Ich war sehr überrascht, ein solches 'Chaos' vorzufinden und auch ein bisschen bestürzt, wie verlassen manche Grabstätten offensichtlich seit Jahren sind (Gebeine werden schon noch drin sein, aber oben kam schon lang keiner mehr vorbei, um zu hegen und zu pflegen - die haben wohl alle 'rübergemacht' oder liegen woanders), auf der anderen Seite sah ich 'lebendige' Orte der Trauer, die rührend liebevoll gestaltet sind. Alles in allem eine wahre Kraftquelle, dieser Ort.Wir kommen wieder, das ist sicher! Die beste Currywurst der Welt muss noch(mal) verspeist werden und das böhmische Bier schmeckt auch nur in Böhmen selbst besser. Dali erwartet uns weiterhin und ein Treffen mit den Herrschaften der Kulturmaschinen muss auch wiederholt werden - wobei ich dann entweder das Bier davor nicht trinke, oder weniger Wein (hervorragender, übrigens), wenn ich am Morgen danach nicht schiffschaukelnd durch die Hackeschen Höfe taumeln möchte. Ich werde dann auch Insektenspray einpacken, denn, dass diese Biester sich an allgäuer Landblut nochmals derart vergreifen (möchten), soll mich dann nicht mehr jucken.




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